Erholung pur statt Großstadtlärm


Mein Konzept der tiergestützten Pädagogik beim Wandern mit den Shetlandponys

 

„Hilf mir, es selbst zu tun“ - Maria Montessori

  • Shetlandpony-Wanderung als Teil eines Selbstheilungsprozesses
  • angelehnt an Montessori: Raum= Natur, Material= Ponys, Pädagoge= Vermittler zwischen Material und Klient

Die Erziehungslehre Montessoris braucht einen geeigneten Raum, passendes Material und einen agierenden Pädagogen. In meinem Kontext der Ponywanderung sehe ich die Natur als den besten Raum, der uns zur Verfügung stehen kann, um individuelle Lernprozesse anzustoßen. Er lässt uns frei werden von gesellschaftlichen Zwängen, persönlichen Dispositionen und schafft es mit einfachsten Mitteln, das Innere in uns mit dem Äußeren in Einklang zu bringen. Die Ponys stellen mein Material dar. Sie erinnern uns täglich an das wirklich Wichtige im Leben- nämlich an das Hier und Jetzt. Sie schaffen es, dass wir spüren, wie lebendig wir sein können. Und dass jede emotionale Bewegung in uns geschehen kann und darf, frei von jeglichen Zwängen. Beide gehören einer der kleinsten Pferderassen der Welt an, den Mini - Shetlandponys. Doch trotz ihrer wirklich winzigen Größe, gleicht ihr Charakter oft dem eines Vollblutpferdes. Sie sind stark, ohne vergleichsweise besonders viel Kraft zu haben. Sie sind groß, ohne 90cm an Schulterhöhe zu besitzen und sie sind schön, ohne sich Gedanken über ihr Äußeres zu machen. Und ich soll nun das Dreieck als Pädagogin komplettieren. Ich sehe mich als eine stille Vermittlerin zwischen meinem Material, also den Ponys, und meinen Besuchern. Es braucht oft keine großen Anweisungen meinerseits, bis meine Besucher im Hier und Jetzt unserer Situation angekommen sind, also der Wanderung im wunderschönen Thüringer Wald. 


  • Schulung der Selbstwahrnehmung durch Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen

Was fühle, sehe, höre ich gerade jetzt in diesem Augenblick? Das sind Fragen, die nach einer Übung beantwortet werden können und uns helfen, unsere Selbstwahrnehmung zu schulen. Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen sensibilisieren uns für unsere Umwelt und somit auch für uns selbst.


  • Selbstreflektion durch systemische Beratung eines persönlichen Problembildes

Einen Schritt weiter, gehe ich mit der systemischen Beratung, oder auch der „ressourcenorientierten Beratung“, genannt. Ressourcenorientiert deshalb, da sie sich wie kaum eine andere therapeutische Beratungsform, an den vorhandenen Kompetenzen und Stärken orientiert und diese in hohem Maße wertschätzt. Ausgewählte Fragen dabei sind: „Was steht mir zur Verfügung und wie kann ich es nutzen?“, „Was fühlt sich für mich gut an und was nicht?“, „Was ist gut so, wie es ist?“ oder „Was muss (s)ich ändern, damit ich mehr Lebendigkeit und Lebensverbundenheit spüre?“. Im konstruktivistischen Ansatz der systemischen Beratung hat eine sinnvolle Herangehensweise oft mit Selbstreflektion zu tun. Jeder konstruiert sich seine eigene Wirklichkeit im Leben, geprägt durch viele verschiedene Faktoren (Gesellschaft, Sozialisierung, Erziehung,…). Somit muss und kann mein Lösungsansatz nicht der eines anderen sein. Das bedeutet, dass die zu beratende Person im eigenen Denkprozess unterstützt wird, welcher durch Selbstreflektion zu der für die Person individuellen Ansichtsweise des Problems und somit zum möglichen Lösungsansatz führen kann.


  • Vorteile der tiergestützten Pädagogik gegenüber einer "tierlosen" Therapie:
  1. Ponys fungieren als kompromissloser Spiegel und zeigen selbst kleinste Veränderungen im Ausdruck des Menschen durch ihr eigenes Verhalten an. Das Unsichtbare wird in einem Tier sichtbar, ohne dass wir eine bewusst gesteuerte Handlungsveränderung vollziehen müssen.
  2. Sensibilisierung für nonverbale Kommunikationssignale.
  3. Kinder aus naturfremden Lebenswelten wird eine ökologische Einstellung vermittelt. Durch ein entstehendes Verantwortungsgefühl zum Wanderpartner Pferd spüren sie, warum wir Tiere und unsere Umwelt schützen sollten. Damit wächst zeitgleich das soziale Empfinden und es fällt leichter, gesellschaftliche Verhältnisse kritisch zu hinterfragen.
  4. Schulung vieler Basiskompetenzen wie Mitgefühl, Verantwortung und Gelduld.
  • Ziel: positive Auswirkung auf das individuelle Erleben und Verhalten